Warum steigen die Bauzinsen – und was bedeutet das für Immobilienkäufer?
- Elias Rayani
- 18. März 2025
- 2 Min. Lesezeit
In den letzten Monaten haben viele Bauherren und Immobilienkäufer mit Erschrecken festgestellt: Die Bauzinsen steigen wieder! Noch vor zwei Jahren konnte man sich günstige Kredite unter 2 % sichern – heute sind 4 % oder mehr keine Seltenheit. Doch warum passiert das? Und viel wichtiger: Was kannst du als zukünftiger Immobilienkäufer tun?

Die wichtigsten Gründe für den Zinsanstieg
1. Höhere Staatsausgaben treiben die Anleihezinsen
Der deutsche Staat gibt immer mehr Geld aus – sei es für Infrastruktur, Rüstung oder Konjunkturprogramme. Das führt dazu, dass mehr Staatsanleihen ausgegeben werden müssen, um diese Ausgaben zu finanzieren. Damit Investoren diese Anleihen kaufen, müssen die Zinsen steigen. Da die Renditen von Staatsanleihen eine wichtige Richtgröße für Bauzinsen sind, zieht das die Finanzierungszinsen mit nach oben.
2. Inflation bleibt ein Problem
Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt eine kleine Zinssenkung vorgenommen hat, bleibt die Inflation im Euroraum auf einem hohen Niveau. Banken kalkulieren langfristige Kredite immer mit einer Risikoprämie – und wenn sie erwarten, dass die Inflation hoch bleibt, steigen auch die Bauzinsen.
3. Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung
Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf politische und wirtschaftliche Entwicklungen. Viele Experten rechnen für 2024 mit einer wirtschaftlichen Abkühlung oder sogar einer Rezession. Gleichzeitig sind die Immobilienpreise in vielen Regionen Deutschlands immer noch sehr hoch. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass Banken bei der Kreditvergabe vorsichtiger werden – was sich wiederum in steigenden Zinsen niederschlägt.
Was bedeutet das für Immobilienkäufer?
Höhere Zinsen bedeuten, dass die monatliche Kreditrate steigt. Ein einfaches Beispiel:
Ein Darlehen über 400.000 Euro mit 2 % Zinsen verursacht eine monatliche Rate von ca. 1.333 Euro (bei 2 % Tilgung).
Steigt der Zinssatz auf 4 %, wächst die Rate auf 2.000 Euro – das sind fast 700 Euro mehr pro Monat!
Das zeigt, wie stark Bauzinsen deine Kaufkraft beeinflussen können.
Meine persönliche Empfehlung
Wenn du aktuell über einen Immobilienkauf nachdenkst, solltest du folgende Punkte berücksichtigen:
✅ Vergleiche Kreditangebote genau. Manche Banken bieten noch günstigere Zinsen als andere – ein Vergleich lohnt sich!
✅ Eigenkapital erhöhen, um weniger Fremdkapital zu benötigen und damit deine Zinskosten zu senken.
✅ Langfristige Zinsbindung wählen: Wer sich jetzt für 15 oder 20 Jahre einen festen Zinssatz sichert, schützt sich vor weiteren Steigerungen.
✅ Nicht überstürzen, sondern auch den Immobilienmarkt genau beobachten. In einigen Regionen sinken die Preise bereits, sodass es sich lohnen könnte, noch etwas abzuwarten.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar, sondern dient lediglich der allgemeinen Information. Jeder Immobilienkauf sollte individuell geprüft und gegebenenfalls mit einem Experten besprochen werden.
Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir, die aktuelle Zinsentwicklung besser zu verstehen! Schreib mir gerne in die Kommentare, wie du mit den steigenden Zinsen umgehst oder ob du gerade selbst eine Finanzierung planst.
Herzliche Grüße,
Elias Rayani
Immobilienökonom & Immobilienfachwirt







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